Blutspende
Ich muss zugeben, bis vor kurzem habe ich gar nicht an sowas gedacht – Blut spenden. Existent, aber nicht im Geringsten in die Gedanken eindringend. Bis Annika mir zufällig ihren Blutspendeausweis zeigte und ich mir dachte, dass das ja schon eine gute und wichtige Sache wäre. Deshalb fuhren wir irgendwann gemeinsam zur Blutspende, wobei ich allerdings noch nicht wieder spenden durfte, wegen einer mir diesen Vorgang verweigender Sache. Und deshalb traf ich mich vorgestern mit Svea in Bad Waldliesborn am Pfarrheim „Die Brücke“, da dort an diesem Tag das Deutsche Rote Kreuz ansässig sein sollte um Blut abzunehmen. Schritt 1, registrieren. Schritt 2, Fragebogen ausfüllen. Und in dem Moment wunderte ich mich, wie viele Menschen eigentlich gar kein Blut spenden dürfen. Man muss etliche Kriterien erfüllen bzw. kaum eine Krankheit in letzter Zeit oder allgemein im Leben gehabt haben, sonst muss man (bei Schritt 3) mit dem Arzt besprechen, inwiefern das für eine Blutspende in Frage käme, wobei Svea und ich keine großen Probleme hatten, jedoch erst nochmal losgeschickt wurden etwas zu Essen. Also weiter zu Schritt 4 und vom Arzt eine Blutprobe am Ohr abgenommen bekommen und den Puls messen lassen. Meine Werte waren anscheinend mehr als gut, zumindest war die Ärztin fürchterlich begeistert. Bei Schritt 5 handelte es sich um das Spenderausschlussprogramm, wenn man möglicherweise doch wüsste, dass das eigene Blut nicht so „gut“ für den Spendenannehmer wäre. Die Aufkleber hatten keine Aufschrift, bloß Barcodes, sodass es eh niemand gesehen hätte. Ich frage mich auch, was mit dem Blut passieren würde, wenn man „Nein“ aufklebte… Svea lag bereits auf der Liege und wurde zum Blutpenden vorbereitet, ich kam danach (Schritt 6 bzw. 7) und kam auf die Liege daneben. Abklemmen, Abkühlen, desinfizieren etc und Zack, schon war die Braunüle oder Kanüle (Wikipedia bevorzugt den Begriff „Peripherer Venenkatheter“) oder was auch immer in meinem rechten Arm. Und ganz ehrlich, außer eines kurzen Ziehens hat man wirklich nichts gemerkt, allerdings fand ich es dennoch etwas merkwürdig dort hinzuschauen, wie ein Metallgerät mit tiefroter Flüssigkeit aus meinem Arm herausragte… Sveas Blut lief anscheinend nicht perfekt, aber es klappte trotzdem alles, auch wenn die Kanüle mehrfach neu justiert bzw. gedreht werden musste, was ich später kurz auch erleben durfte und sicherlich nicht das angenehmste Gefühl war. Trotzdem waren wir relativ schnell fertig, wir bekamen einen dicken Verband und durften ein bisschen weiter rumliegen. Die Ärztin holte uns Cola und verwies uns nach 15 Minuten auf andere Liegen, auf denen wir weitere 5 Minuten mit Liegen verbrachten (Schritt
…. Anschließend wurden wir nochmal zum Essen geschickt (Schritt 9) – Brötchen, Cola, Schokolade und so weiter.
Was soll man sagen, die Vorstellung ansich Blut zu spenden war nicht wirklich schlimm und im Endeffekt war es noch harmloser. Die Ärzte waren größtenteils ziemlich nett und ganz lustig, keine der genannten Konsequenzen die nach der Blutabnahme auftreten könnte trat in Kraft (Krampfanfall, Ohnmachtsanfall, Bluterguss, Nervenriss etc.) Uns ging es ziemlich normal gut. Ich denke mal, dass diese Konsequenzen nur sehr, sehr selten vorkommen, aber eben auf Grund von, naja ich sag mal Allgemeinen Geschäftsbedingungen berücksichtigt werden müssen. Ach ja, die Brötchen waren lecker, ebenso wie die Cola und die Schokolade. Auf meinem langen, kalten und dunklen Weg nach Hause auf dem Fahrrad fühlte ich mich eigentlich auch genauso gesund wie sonst auch. Von daher denke ich, dass diese möglicherweise bei manchen Menschen vorhandene Angst zu Unrecht besteht. Auf jeden Fall aber hat sich die Blutspende gelohnt, insbesondere, da in der Zeitung mal etwas stand, dass 18.500 Blutspenden (pro Tag? pro Woche? pro Jahr?) fehlten und naja, das ist ja schon eine Menge und Blutspenden helfen zu überleben, egal ob bei Krebs, Herzerkrankungen oder Unfällen und nötigen Bluttransfusionen. Und ich denke, dass Svea und ich deshalb wohl jetzt regelmäßig Blut spenden gehen werden…
Ach ja, was ich nicht leiden kann. Geld bieten für Blutspenden. Anscheinend gibt es diverse Anbieter, die einem 15€-25€ für eine Vollblutspende von 0,5l Blut bieten und naja, ich find das widerlich und es heißt auch nicht umsonst Blutspende.

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